NXTLVL Redaktion
- Februar 15, 2021
- | 4:45 p.m.
- | Online Marketing
Influencer Marketing – funktioniert das noch?
Diese Frage pauschal zu beantworten, ist weder eine gute Entscheidung noch besonders leicht. Bevor es Influencer Marketing offiziell gegeben hat, setzten zahlreiche Marken auf Brand Ambassadors, um Ihrer Marke ein authentisches Gesicht zu geben. Meist waren dies prominente aus Film-, Musik oder Sportbranche. Stars und prominente Persönlichkeiten verfügten schon damals über eine hohe Reichweite und Bekanntheit und haben schon früher Meinungen der Menschen beeinflusst.
Durch die sozialen Median wie Instagram, Youtube oder TikTok, haben wir heute die Möglichkeit diese Reichweite zu bündeln. Zudem ist es durch diese Plattformen sehr einfach die Zielgruppe und die Audienz zu analysieren und die richtige Botschaft an den richtige Empfänger auszuspielen.
Influencer sind die Stars von heute und lassen Ihre Follower am täglichen Leben teilhaben. Sie tragen als Vorbilder die Verantwortung für ganze Generationen und sind weit aus mehr als Produktschausteller.
Influencer schaffen es beispielsweise zur Bewegungen aufzurufen, Courage zu zeigen und auch in der Not zu helfen. Es gibt unzählige Influencer die weltweit durch die Unterstützung Ihrer Crowd enorme Spendesummen für guten Zweck gesammelt haben.
Wir lieben solche Geschichten und möchten, dass Influencer noch sehr lange einen Platz in der Gesellschaft haben und durch Ihre Reichweite weiterhin viele Menschen erreichen.
Daher unsere Antwort auf die Frage, ob Influencer Marketing immer noch funktioniert: Ja, aber es kommt drauf an!
Die richtige Auswahl von Influencern
Die Arbeit mit Influencern, speziell Mikroinfluencern ist nach wie vor ein relevanter Bestandteil des Contentmarketings. Auch für kleinere Unternehmen eignet sich diese Art von Influencer Marketing besondern gut.
Das Wichtigste dabei ist der Influencer Fit. Passt der Influencer zu meiner Marke. Kommen meine Produkte durch den Influencer authentisch rüber. Wie hoch in die Followerzahl und vor allem wie stark die Interaktionsrate. All diese Fragen gilt es für sich zu beantworten, bevor man viel Geld für Influncer Marketing ausgibt.
Selfie & Duckface = Influencer Marketing?
Ne ne ne… Das ist schon längst vorbei. Influencer sind nicht einfach nur Werbeschilder. Sie haben eine Persönlichkeit und viele von ihnen nehmen Ihre Aufgabe – sagen wir so: ihren Job – ernst. Daher haben wir bei unseren Kampagnen klassisches Produktmarketing von strategisch aufgebauten Kampagnen abgelöst.
Die Auswahl von Influencern wird meistens rein datenbasiert getroffen, da diese eine kostspielige Marketinginstrument sind. Zu den KPI´s zählt mehr, als Kommentare, Likes und Bilder mit geschickt platzierten Produkten.
Der Blogger Riccardo Simonetti erhält im Schnitt rund 6.000 Likes pro Bild, wobei es auch schon mal über 16.000 Likes für vereinzelte Beiträge gab. Bei Carmushka liegen die Likes für ein Bild bei 130.000 Likes und das obwohl sie nur mit geschlossenen Augen an einer Tür lehnt. Was auf dem ersten Blick einfach erscheint ist es nicht, da hinter jedem Bild ein Konzept steckt. Nur wer mit seiner Community interagiert und täglich online ist wird mit Likes und Reaktionen belohnt.
Diese Punkte spielen für Unternehmen bei der richtigen Wahl eine große Rolle.
Welche Faktoren spielen eine Rolle?
- Wie sieht es mit dem Engagement aus? Interagiert der Influencer tatsächlich mit seinen Followern?
- Wie viele Story Views hat der Influencer und welche Reichweite ergibt sich daraus?
- Demographische Daten der Follower – wo kommen sie her und wie alt sind sie?
Nicht umsonst schaffen es nur wenige sich wirklich auf dem Markt durchzusetzen und sich eigene Marken aufzubauen. Carmushka zum Beispiel, die mit ihrer eigenen Marke “Oh April” durchgestartet ist und für junge Mädchen mittlerweile auch ein Vorbild als Businessfrau ist.
Stichwort Realität, denn das ist ein Problem!
Für #mehr Realität auf Instagram sorgen nicht nur Posts darüber, dass wir uns alle lieben sollten wie wir sind – ohne Filler & Co – sondern auch die Tatsache, dass Werbung gekennzeichnet werden muss.
Die Schattenseite ist jedoch, dass das Bild der Influencer als Freunde, Berater und Vertraute in Wanken kommen. Das Problem der Glaubwürdigkeit rückt immer mehr in den Vordergrund. Laut einer Studie von Wavemaker gaben 2018 nur 67% der Befragten an, dass sie Influencer als glaubwürdig einschätzen. Ein Jahr später lag die Zahl nur noch bei 54%. Es sickert immer mehr durch, dass Influencer immer mehr als bezahlte Werbefiguren verwendet und wahrgenommen werden. Dies wird natürlich noch durch Skandale wie falsche Reichweiten, Bots oder gekaufte Follower unterstützt.
Und die Moral von der Geschicht’… glaube einem Influencer nicht?
Damit das Vertrauen in die Influencer nicht verloren geht und diese damit als Werbequelle wegfallen, soll Transparenz in Zukunft eine große Rolle spielen. Influencer müssen hier eigenverantwortlich handeln und überlegen mit welchen Unternehmen sie Kooperationen eingehen.
Transparenz wird in Zukunft eine enorm große Rolle spielen, wenn es darum geht das Vertrauen der Community wieder zurück zu erhalten. Influencer müssen eigenverantwortlich handeln selber überlegen mit welchen Brands sie eine Zusammenarbeit eingehen wollen.
Unternehmen fragen immer weiter nach Influencern, denn trotz sinkender Glaubwürdigkeit, werden sie heute als Popstars gefeiert. Sie müssen daran arbeiten das Vertrauen ihrer Community nicht zu verlieren, denn sonst bleiben die Kooperationsverträge aus.
Für Brands zählt mehr als nur Klicks, Likes oder ein schönes Bild. Der Wert richtet sich nach Reichweite, Relevanz und Resonanz. Die Frage die gestellt wird ist, wie bekannt der Influencer ist und wie nah ist er an der Zielgruppe? Wie hoch ist die Vertrauenswürdigkeit. Denn ein ganz großer Punkt wird immer mehr der Faktor sein, wie authentisch sie sind.
Alternativen
Ein sich veränderter „Trend“ ist die Zusammenarbeit mit Micro Influencern. Sie sind wesentlich günstiger und bietet Brands die Möglichkeit mit verschiedenen eine Kooperation einzugehen. Ein großer Vorteil ist es, dass jeder Blogger die Werbebotschaft mit seiner Art und Weise übermittelt und man als Brand nicht mehr von einem einzelnen abhängig ist.
Cross-Channel-Optimierung
Die Zukunft zeigt, dass Influencer nicht mehr als alleinige Werbeplattform genutzt werden sollen. Der Fokus soll auf die gesamte Kampagne gerichtet sein, die am Ende mehrere Werbekanäle zusammenfasst. Kampagnen, die auf die Markenbildung aus sind, sollten mehr in den Vordergrund kommen und nicht mehr vernachlässigt werden. Vor allem in Zeiten, in denen ständig neue Marken auf den Markt kommen, sollte dies ein Punkt sein, der nicht aus den Augen gelassen werden sollte.
Brand Communities
Eine weitere gute Alternative sind Brand Communities, die eine Schnittstelle zwischen Marke und Kunde bilden. Damit wird nicht nur eine Vertrauensbasis aufgebaut, sondern der Kunde wird geschickt an einen gebunden. Adidas oder Deichmann machen das schon länger und kümmern sich um ihre Community. Für ausgewählte Membern gibt es Vergünstigungen oder neue Produkte können frühzeitig geshoppt werden. Ein großer Vorteil ist, dass das Unternehmen dabei noch Geld spart. Der Grund ist, dass die Member kein Geld verlangen, denn sie sind ja bereits Fan der Marke und tragen dies auch gerne nach außen.
Funktioniert Influencer Marketing noch?
Da können wir beruhigt sagen, dass Influencer Marketing noch funktioniert. Unter der Bedingung, dass sich die Influencer ihrer Wirkung nach außen und ihrer Verantwortung bewusst sind. Es ist nicht mehr in dem Ausmaß profitabel wie zu beginn, mit einen durchdachten Konzept jedoch mit großer Sicherheit. Influencer wollen nicht mehr als reinen Werbebanner gesehen werden, da die Glaubwürdigkeit sehr darunter leidet.
Ein großer Teil setzt sich verstärkt für Themen ein, die einen Großteil der Gesellschaft bewegen. Sie schaffen sich damit wieder Authentizität und Vertrauen. Immer mehr Blogger entwickeln sich in eine Nische und stimmen ihren gesamten Content darauf ab.
Brands müssen sich aus diesem Grund mehr einfallen lassen als stumpfe Produktplatzierungen, denn zum Kauf regt das nicht mehr an. Die Kunst ist es hochwertigen Content zu erstellen, in Kombination mit einem aussagekräftigen Storytelling.
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